Wie entsteht ein Hochbeet? Teil 1

von | Nov 9, 2017 | Inspiration | 2 Kommentare

Das Gartenlabor ist geräumt. Der Sonnwendgarten ist nun offiziell in Betrieb. Und die Plätze für die Gartenflächen sind markiert. Nun muss nur noch ein Hochbeet her. Schon kann das Gärtnern beginnen! Natürlich stehen heutzutage in jedem gut sortierten Bau- oder Gartenmarkt fix fertige Hochbeete zum Kauf bereit. Viel mehr Spaß macht das Gärtnern jedoch, wenn man selbst ein eigenes Hochbeet baut. Doch wie funktioniert das überhaupt?

Vorteile eines Hochbeets

Ein Hochbeet bringt viele Erleichterungen mit sich. So erspart man sich durch die Nutzung eines Hochbeets das tiefe und anstrengende Bücken bei der Gartenarbeit, weil ein aufrechtes Arbeiten möglich ist. Es garantiert die maximale Ernte auf kleinen Flächen. Hochbeete lassen sich auch auf wenig fruchtbaren Böden errichten. Durch den geschichteten Aufbau und die Verrottung im Inneren entsteht ein wärmeres Mikroklima. Dadurch wachsen die Pflanzen schneller und die Ernte ist größer. Zudem ist dadurch ein früherer Anbau im zeitigen Frühjahr möglich. Mit einer entsprechenden Abdeckung lassen sich die Pflanzen im Winter vor Frost schützen. Und zu guter Letzt ist ein Hochbeet ein schönes gestalterisches Element in jedem Garten.

Vorbereitungen treffen

Bevor man sich ans Hochbeet bauen macht, gilt es einige Entscheidungen zu treffen:

Standort

Grundsätzlich kann ein Hochbeet überall hingebaut werden. Empfehlenswert ist eine Nord-Süd-Ausrichtung, weil auf diese Weise das Sonnenlicht ideal ausgenutzt werden kann. Ein vollsonniger oder halbschattiger Standort garantieren gutes Pflanzenwachstum. Das Hochbeet sollte weiters von möglichst vielen Seiten gut zugänglich sein. Schließlich sollte man auch darauf achten, dass sich in der Nähe keine großen schattenspendenden Bäume oder Sträucher befinden. Eine Wasserstelle in der Umgebung ermöglicht kurze Wege beim Gießen.

Untergrund

Neben der eigentlichen Fläche fürs Hochbeet selbst, sollte man auch daran denken einen problemlosen Zugang für größere Gartengeräte einzuplanen, wie zum Beispiel für Schubkarren. Die Fläche fürs Hochbeet sollte weiters von Gras, groben Steinen und Wurzeln befreit werden.

Nager

Ein Hochbeet ist nicht nur bei Menschen sehr beliebt, sondern auch bei Wühlmäusen. Daher sollte man als Grundlage eines Hochbeetes ein Wühlmausgitter wählen, welches etwa bis zur Hälfte der Seitenwände reicht.

Material

Ein Hochbeet kann aus unterschiedlichsten Materialen gebaut werden, wie zum Beispiel Holz, Stein, Ziegeln, Kunststoff. Im Folgenden beschäftige ich mich mit dem Bau eines Hochbeets aus Holz. Dafür eignen sich am besten heimische naturbelassene Hölzer ohne Imprägnierungen oder Lacke, bspw. Lärche, Fichte, Kiefer, Hainbuche, Robinie oder Eiche. Eine Innenverkleidung der Seiten-Wände mit Folie schützt das Holz vor Feuchtigkeit.

Größe

Die Größe eines Hochbeets hängt einerseits von dem zur Verfügung stehenden Platz ab, andererseits von der Größe der GärtnerInnen. So beträgt die ideale Breites eines Hochbeets 2x die Armlänge der GärtnerInnen, in der Regel sind das 100 bis 160 cm. Auf jeden Fall sollte es möglich sein die Mitte des Beetes bequem mit dem Arm zu erreichen. Länge und Form können dagegen frei gewählt werden. Die angenehmste Höhe eines Hochbeets liegt auf Hüfthöhe. In der Regel ist das je nach Körpergröße der GärtnerInnen 70 bis 100 cm. Man kann die Höhe der Einbauküche dabei als Orientierungshilfe nutzen.

Zeitpunkt

Die beste Zeit zur Errichtung eines Hochbeets ist der Herbst oder das zeitige Frühjahr.

Bauanleitung für ein Hochbeet

Die folgende Anleitung erklärt, wie man ein solides Hochbeet Schritt für Schritt selber bauen kann:

  1. Zunächst gilt es einen guten Standort für das Hochbeet zu wählen.
  2. Der Platz für das Hochbeet wird nun markiert. Dabei gilt es darauf zu achten, dass die Ecken im rechten Winkel zueinander stehen.
  3. Mit einem Spaten werden grobe Steine und Wurzeln, sowie die oberste Grasschicht entfernt.
  4. Als Grundlage werden Ziegelsteine aufgelegt, damit das Holz nicht modert.
  5. Nun werden Eck-Pfosten angebracht. Dabei sollte man stets darauf achten, dass alle Pfosten dieselbe Höhe haben und senkrecht stehen.
  6. Schon können die ersten Bretter montiert werden. Mit einer Wasserwaage werden diese waagrecht ausgerichtet und an den Pfosten montiert.
  7. Ein Wühlmausgitter wird angebracht und an den Seitenwänden befestigt.
  8. Die restlichen Bretter können nun montiert werden. Zusätzlich empfiehlt sich das Auftragen einer Holzschutzfarbe.
  9. Die Innenseiten des Hochbeets werden mit einer Noppenfolie ausgekleidet und mit einem Tacker befestigt.
  10. Zum Schluss empfiehlt sich ein Handlauf aus einem witterungsbeständigen Holz, wie z.B. Lärche, welcher Schutz vor eindringender Feuchtigkeit bietet.

Voila. Das Hochbeet ist fertig! Nachdem das Hochbeet nun steht, gilt es dieses auch entsprechend zu befüllen, um von den Vorteilen des Hochbeets lange profitieren zu können. Wie das funktioniert und was es beim Substrat alles zu beachten gilt, gibt es demnächst in dem Beitrag „Wie entsteht ein Hochbeet? Teil 2“.

Viel Spaß beim Bauen!

Quellen

hochbeetfreunde.de (o.J.): Hochbeet Bauanleitung [online] http://www.hochbeetfreunde.de/hochbeet-bauanleitung [08.11.2017].

Die Wiener Volkshochschulen (2014): Hochbeet – Rekordernte auf hohem Niveau. Gartenarbeit mit geradem Rücken ohne Bücken [PDF] http://www.umweltberatung.at/downloads/Hochbeet-1122-umweltberatung.pdf [08.11.2017].

Heimberger-Preisler, Karin und Siemens, Folkert (o.J.): Bauanleitung für ein Hochbeet [online] https://www.mein-schoener-garten.de/gartenpraxis/nutzgaerten/hochbeet-selber-bauen-bauanleitung-1126 [08.11.2017].

Bayerischer Rundfunk (2017): Hochbeet bauen [Video] http://www.ardmediathek.de/tv/Querbeet/Hochbeet-bauen/BR-Fernsehen/Video?bcastId=15037798&documentId=41432058 [08.11.2017].